In Donezk wurde das „Netzwerk“ Projekt für MSM vorgestellt. An der Veranstaltung nahmen Vertreter der AIDS-Zentren Donezk und Mariupol, des Oblast-Zentrums für Sozialdienste für Familie, Kinder und Jugend sowie mehrere Organisationen, die mit MSM (Männer, die Sex mit Männern haben) bereits arbeiten oder dies anstreben, teil.
Die anschließende Diskussion ergab, dass sich die meisten anwesenden Ärzte, die in AIDS-Zentren arbeiten, gegenüber homosexuellen Menschen tolerant verhalten. Die Ängste, die die meisten MSM an der Nutzung professioneller Dienstleistungen hindern, seien eher Resultat ihrer „internalisierten Homophobie“ und der Befürchtung, in der medizinischen Einrichtung stigmatisiert und diskriminiert zu werden.
Konstantyn Solodenko, Arzt im Donezker AIDS-Zentrum konstatierte: „Eigentlich wollte ich Ihnen allen versichern, dass alle meine Kollegen gegenüber schwulen Männern tolerant sind, und es deswegen keinen Bedarf an einem derartigen Netzwerk gibt. Aber angesichts der hier geführten Diskussion habe ich meine Meinung geändert. Für den Patienten ist es sehr wichtig zu wissen, dass er einen MSM-freundlichen Arzt trifft, der seine besonderen Bedürfnisse und Probleme verstehen wird.“
Am 16. Mai wurde ein Training für MSM mit dem Thema „Gleichgeschlechtliche Partnerschaft in der Ukraine“ durchgeführt. Die teilnehmenden Männer hatten die Möglichkeit sich über die rechtlichen Rahmenbedingungen zu informieren und eigene Erfahrungen auszutauschen.
Ein bewusster Umgang mit der eigenen Sexualität und Lebenssituation ist im Sinne der strukturellen Prävention Grundlage für verantwortungsvolle Sexualität und trägt so zur Minimierung der HIV-Infektionen in der Zielgruppe bei.
Beide Treffen wurden vom Zentrum für Schwule und Lesben „Nash mir“ und der Donezker NGO „Donbass-SozProjekt“ organisiert.


